Buß- und Bettag bei Kerzenschein

Wer am Mittwoch den 21.11.18 zum Abendgottesdienst kam, dem fiel beim Betreten des Kirchenschiffes ganz schnell auf, dass etwas mit der Beleuchtung im Altarbereich nicht stimmte. Tatsächlich gab es ein technisches Problem, so dass alle Deckenleuchten in dem genannten Bereich nicht funktionierten.

Kurz vor Beginn des Gottesdienstes wurde von einer Schwester eine brennende Kerze auf den Altar gestellt, was auch die Atmosphäre veränderte. Kerzenschein hat auf viele Menschen eine beruhigende Wirkung, und es gibt kaum etwas, das mehr entspannt als gemütlich im Sessel sitzend in eine Kerzenflamme zu blicken. Eine ähnliche Stimmung löste die Kerze auf dem Altar aus. Zu Beginn des Gottesdienstes sang der Chor das Lied: „Stille, oh sei stille – Gott will nur dein Heil!“

Nach einem arbeitsreichen Tag konnte es ruhig in uns werden. Diese Ruhe ist nötig, um Gottes Wort hören zu können. Sie ist auch nötig, damit wir in der Lage sind, uns selbst einmal ehrlich zu betrachten. Wir sind längst nicht fehlerfrei und wissen das auch. An einem Buß- und Bettag erwartet unser himmlischer Vater nicht von uns, daß wir in graue Gewänder gehüllt unsere Wege gehen.

ER möchte, daß wir einmal mehr innehalten und über uns selbst reflektieren.
Der Begriff der „inneren Umkehr“ wurde nach dem Gottesdienst im Gedankenaustausch genannt. Innere Umkehr bedeutet aber auch, dass uns klar ist, daß wir etwas falsch gemacht haben.
Mit dieser Erkenntnis über uns selbst lässt Gott uns nicht alleine. Wir dürfen zu ihm kommen und bekommen die Chance eines Neubeginns – so, wie der verlorene Sohn aus der Bibel.
Dieser wurde von seinem Vater überschwänglich empfangen – obwohl er viele Dinge falsch gemacht hatte.

Bei Kerzenschein betrachtet war der diesjährige Buß- und Bettag ein ruhiges Erinnern an Dinge, die uns bekannt und vertraut sind. Nun liegt es an uns, was wir daraus machen – in aller Ruhe und vielleicht mit einer Tasse Tee in der Hand.