Erntedankgottesdienst

Es war ein besonderer Erntedankgottesdienst, den unsere Gemeinde in diesem Jahr erlebte, denn Priester Stefan Link diente erstmalig als neu beauftragter Vorsteher der Gemeinde.

Das Bibelwort für diesen Gottesdienst ist im 2. Korinther 9; Vers 8 zu finden:

„Er kann euch so reich beschenken, ja, mit Gutem geradezu überschütten, dass ihr zu jeder Zeit alles habt, was ihr braucht, und mehr als das. So könnt ihr auch noch anderen auf verschiedenste Art und Weise Gutes tun.“

(Quelle: Bibelübersetzung Hoffnung für alle)

Aussaat und Ernte – diese beiden Begriffe zogen sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst.

Der wunderschöne, üppige Erntedankschmuck am Altar machte deutlich, mit welch reichen Gaben aus der Natur wir Menschen jedes Jahr neu beschenkt werden.
Es wird ein kleiner Same ausgestreut, und das Ergebnis ist eine vielfältige Ernte.

Aussaat und Ernte, so erläuterte es Priester Link, sind zwei zeitlich versetzte Ereignisse. Wenn alles gut läuft, kann die im Frühjahr ausgesäte Saat im Herbst als reife Frucht geerntet werden. Dazwischen liegt eine Wartezeit, in der wir nichts beschleunigen können.
Sehr schnell kam Priester Link von der natürlichen zur geistigen Aussaat.

Als Christen haben wir schon viel erhalten: Jesus ging für unsere Sünden ans Kreuz, also ist das schon für uns da.
Was machen wir denn mit den Gaben, die wir schon bekommen haben. Geben wir diese an unsere Umwelt weiter – im Sinne einer Aussaat? Und wie ist unsere Haltung dazu? Geschieht es aus einem Pflichtgefühl heraus, oder ist es uns ein Anliegen, unserem Nächsten auch von dem etwas abzugeben, was wir von Gott erhalten haben.
Eindringlich machte der Vorsteher darauf aufmerksam, dass es nicht auf die Menge unserer Aussaat ankommt, sondern mit welcher Herzenshaltung das geschieht.
Auch dabei sind Aussaat und Ernte zeitlich versetzt.

Bei der Aussaat, die der Bauer vornimmt, weiß er ziemlich genau, wann mit der Ernte zu rechnen ist.
Bei dem Austeilen der Gaben / Werte die wir erhalten haben, ist nicht abzusehen ob unser Gegenüber diese annimmt und somit eine  „Ernte“ zu erwarten ist. Das kann schnell geschehen, Jahre dauern, oder es passiert auch gar nichts.

Wir können Raum schaffen in uns selber, aber auch für unsere Nächsten in der Familie, im Freundeskreis, im Beruf und auch in unserer Gemeinde, damit Dinge sich entwickeln, wachsen und gedeihen können.

Nach dem Gottesdienst hatten wir noch die Möglichkeit Gemeinschaft zu pflegen. Die Tische waren  zum Erntedank-Brunch reich gedeckt und es konnten dabei auch erste persönliche Kontakte mit unserem neuen Vorsteher und seiner Familie aufgenommen werden.