Was ist das Gute ? Was ist das Böse ?

Eine Frage der eigenen Entscheidung

„Jesus erzählte den Menschen noch ein anderes Gleichnis: Gottes himmlisches Reich kann man vergleichen mit einem Bauern und der guten Saat, die er auf sein Feld säte.
Eines Nachts, als alles schlief, kam sein Feind, säte Unkraut zwischen den Weizen und schlich sich davon.
Als nun die Saat heranwuchs und sich Ähren bildeten, ging auch das Unkraut auf.“

(Aus: Hoffnung für Alle; Matthäus 13; 24-26)

Dieses zitierte Bibelwort war der Anlass für die in der Überschrift gestellte Frage.
Nach dem Gottesdienst am 13. Oktober war klar, dass die Antwort dazu nicht so leicht zu finden ist.

Bei dem Versuch dieser Frage im World Wide Web nachzugehen, eröffnen sich unzählige Erklärungen und mögliche Antworten. Dieses Thema beschäftigt Philosophen, Anthropologen und Psychologen gleichermaßen. Ob etwas das Gute oder das Böse ist, hat auch Einfluss auf das soziale Miteinander.

Im Tierreich spielt der Unterschied zwischen Gut und Böse keine Rolle, denn hier ist das Verhalten der Tiere artspezifisch festgelegt.

Der Mensch dagegen ist von Gott mit einem Verstand ausgerüstet worden, der eine bewusste und selbst getroffene Entscheidung möglich macht.
Hier spielt auch die individuelle Werte– und Moralvorstellung eine Rolle und deshalb hat jeder seine eigene Vorstellung davon, was das Gute und was das Böse für ihn ist.

Eine weitere aber nicht unbekannte Frage ergab sich aus der Predigt im Gottesdienst:
„Welche Entscheidungshilfe gibt es, um Gutes von Bösem zu unterscheiden?“
Auch die Antwort dazu ist keine neue Erkenntnis:
„Lasse dich von deinem Herzen leiten!“ Scheinbar müssen wir immer wieder daran erinnert werden.

Wir leben in einer Zeit, wo uns dank der technischen Möglichkeiten Ereignisse, die kilometerweit entfernt geschehen, minutenschnell präsent sind.
Meist handelt es sich nicht um schöne Nachrichten, die man zu lesen bzw. zu hören bekommt.
Man gewinnt den Eindruck, dass das Böse immer mehr überwiegt.
Auch hier gilt die Aussage: Gott hat alles im Blick!

Da Gott uns die Entscheidung selber überlässt, haben wir es in der Hand, welche Aussaat wir tätigen.
Mit den Konsequenzen müssen wir dann aber auch selber leben wollen und können.
Wenn die Wahl auf das Gute fällt, dann verändern wir damit nicht plötzlich das weltweite Geschehen, aber diese Wahl ist so, wie der berühmte Stein, der ins Wasser fällt und weite Kreise zieht. Leider trifft das aber genauso auf das Böse zu, und wir sollten die Auswirkungen nicht unterschätzen.
Wir hörten es im Erntedankgottesdienst von unserem Vorsteher:
Aussaat und Ernte sind zeitversetzte Geschehnisse.