Heiliger Wandel - ist das möglich?

Im Sonntags-Gottesdienst am 14.06., der wieder über Telefon und Computer erlebbar war, stand der Begriff „Heilig“ im Mittelpunkt.
Als Bibelwort dienten die Zeilen aus Petrus 1. 15,16
Sondern wie der (Gott), der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.«

Die Begriffe „Heilig“ oder „Heiligkeit“ können beim Lesen oder Hören die unterschiedlichsten Reaktionen auslösen.
Bei dem Einen kommt der Wunsch nach einer genauen Erklärung der Begriffe auf, und der Nächste schreckt vielleicht zurück, da dieses Thema an sich schon so vielfältigen Inhalt hat.
Im Verlaufe des Gottesdienstes hat sich die Predigt mit Blick auf unser heutiges christliches Leben mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Was ist uns heilig?
Diese Frage, die unser Vorsteher zu Beginn des Gottesdienstes stellte, ist vielleicht leichter zu beantworten, wenn man den Begriff „heilig“ mit den Wörtern „wichtig“ oder „unantastbar“ in Verbindung bringt. 
Das Auto oder der Schlaf; die Familie und die Freunde – all das sind Dinge, die jemandem wichtig sein können, und die auch nicht angetastet werden sollen.

Für Viele sind aber auch die Würde des Menschen, das Leben an sich, die eigene Freiheit und der Frieden untereinander immens wichtig und auch nicht anzutasten. Man kann sagen, diese Dinge sind heilig. In diesen Tagen erleben wir, dass Menschen für aktuelle Themen auf die Straße gehen und so beweisen, dass ihnen diese Dinge sehr wichtig sind und dass dafür auch Unannehmlichkeiten in Kauf genommen werden.

Was ist Gott heilig?
Die klare und sehr eindeutige Antwort lautet: WIR sind Gott heilig. WIR sind ihm wichtig und unantastbar. ER hat uns in seiner Heiligkeit so erschaffen, wie wir sind, und hat dabei einen Teil von sich selbst in uns hineingelegt.

Ebenso machte Priester Link deutlich, dass Gott von uns keinen Perfektionismus in unserem heiligen Lebenswandel erwartet – das funktioniert auch nicht.
„Wir laufen nicht mit der Bibel unter dem Arm und steif durch unser Leben“ – so lautete die klare Aussage, sondern wir sind Menschen, die ihren Platz in der Gesellschaft ausfüllen.
Christ-sein heute bedeutet, dass wir als Gläubige mitten im Leben stehen. Hier sind immer wieder Stolpersteine vorhanden, die uns täglich zu Fall bringen.

Unser himmlischer Vater beweist uns in jedem Gottesdienst,
wie wichtig – heilig – wir ihm sind, denn er vergibt uns immer wieder unser Stolpern und Fallen.
Wie wichtig – heilig – ER mir ist, kann ich zeigen, indem ich ihn bekenne. Das kann in Worten aber ganz besonders durch meinem Wandel geschehen.
Beruhigend zu wissen: Hier ist Perfektion unnötig.