Wenn ein Bibelwort Fragen stellt

Als zu Beginn dieses Jahres das aktuelle Jahresmotto verlesen wurde, war schnell klar: Hier gibt es Gesprächsbedarf– und so entstand der Gedanke, einen Gemeindeabend zu veranstalten.

Trotz Schneefalls kamen am 13. Februar, einem Freitagabend, zahlreiche Schwestern und Brüder zusammen, um sich über das Bibelwort „Fürchte dich nicht. Glaube nur!“ auszutauschen. Auch einige Gäste aus „Groß-Alstertal“ nahmen weite Anreisen in Kauf, um dabei zu sein.

Jeder Teilnehmer dieses Abends brachte seine eigene Geschichte und persönliche Glaubenserfahrungen mit. Schnell wurde deutlich: Jede und jeder hatte eine eigene Sicht auf dieses Jahresmotto unserer Kirche. Die Worte aus dem Markusevangelium lösten nicht nur Zustimmung aus, sondern auch Fragen und Nachdenklichkeit.

In spontan entstandenen Gruppen wurde lebhaft gesprochen, nachgehakt und in unterschiedlichen Bibelübersetzungen geblättert. Verschiedene Sichtweisen standen nebeneinander – und genau darin lag eine besondere Stärke dieses Abends. Es ging nicht darum, sich auf eine einzige Lesart zu einigen, sondern beim Zuhören neue Blickwinkel kennenzulernen. Herzen öffneten sich, Erfahrungen wurden geteilt.

Unser Leben ist längst nicht nur eitel Sonnenschein. Es kennt Phasen, die ängstigen und viel abverlangen. Die Worte „Glaube nur!“ wurden an diesem Abend auch als „Vertraue mir!“ verstanden. Ja – da mag ein dunkler Keller sein. Aber durch ihn müssen wir nicht allein gehen.

Der Abend zeigte, wie bereichernd es ist, wenn unterschiedliche Stimmen zusammenkommen – nicht um Recht zu behalten, sondern um gemeinsam Glaubensfragen zu bewegen. Die Gespräche waren geprägt von Augenhöhe, Respekt und wertschätzendem Umgang miteinander.

Auch die Musik kam nicht zu kurz, denn gemeinsam wurde unter anderem das Lied „Lege deine Sorgen nieder“ gesungen. Es erinnert daran, dass wir Ängste und Belastungen nicht allein tragen müssen – auch hier begleitet Gott uns hindurch.

Dieser Abend hat gezeigt: Es tut gut, wenn Fragen ausgesprochen, Bedenken geäußert werden, und man einander auf Augenhöhe begegnet. So kann Vertrauen wachsen – und Glaube bleibt lebendig.