Dankbarkeit hat viele Seiten

Der 4. Oktober war ein sonniger Erntedanktag, an dem man den Herbst schon deutlich spüren konnte.

Bereits am Tag vorher war der Altar mit viel Liebe geschmückt worden. Mit klassischen Erntegaben, wie Äpfel, Weintrauben, Mais und frischem Brot. 

Dankbarkeit – natürlich war sie das große Thema dieses Gottesdienstes. Aber eben nicht nur die einfache Dankbarkeit für all das Gute. Denn längst nicht jedem, der an diesem Morgen im Gottesdienst saß, war auch wirklich zum Danken zumute. Das Leben kann manchmal wirklich schwer sein. Sorgen, Krankheit oder Traurigkeit verschwinden schließlich nicht, nur weil Erntedank ist.

Zum Abschluss sang die Gemeinde „Danke für diesen guten Morgen“. Ein Lied, das schon 1961 bei einem Wettbewerb für neue geistliche Lieder den ersten Platz belegte. Und in diesem eigentlich so fröhlichen Dankeslied gibt es eine Zeile, die an diesem Morgen besonders nachdenklich machte: „Danke für jede Traurigkeit.“

Nach dem Gottesdienst gab es dann noch eine Überraschung. Die Religionskinder hatten mit Unterstützung ihrer Religionslehrerinnen Apfelmus gekocht und „Bibelmuffins“ gebacken. Wer mochte, durfte sich etwas davon mitnehmen. Eine schöne Aktion, die wiederum für viel Dankbarkeit sorgte.

 Viele blieben im Anschluss noch da, kamen miteinander ins Gespräch und genossen die Gemeinschaft. Wieder hatten viele fleißige Hände etwas zum Alstertaler Buffet beigetragen. Es wurde geteilt, gegessen, erzählt und gelacht. Und ganz sicher musste niemand hungrig nach Hause gehen.

Vielleicht ist Erntedank genau das: wahrnehmen, was da ist und das Schwere nicht beiseiteschieben. Und gleichzeitig die kleinen und großen Dinge sehen, für die wir dankbar sein können.

Danke, Gott, für diese erlebte Gemeinschaft.